Ernst – Geschichte und Gegenwart

Die heutige Gemeinde Ernst besteht aus zwei früher eigenständigen Ortskernen – Oberernst und Niederernst.
Eine alte Flurbezeichnung lautet daber „zwischen den Dörfern“. Erstmals erwähnt wird Oberernst 780/81 als „Arnesche“.
Angezogen durch den Weinbau, verfügten viele Klöster und auch der Adel über reichen Besitz in Ernst.

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Im älteren Teil Oberernst standen die Pfarrkirche und das Rathaus. Bis Mitte des 17. Jh. wohnten hier die meisten Einwohner.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wandelte sich die Dorfstruktur. Niederernst wurde immer größer, so dass dort um 1700 in der
damaligen Herrenstraße der heutigen Fährstraße, ein neues Rathaus gebaut werden musste.

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Im Jahre 1815 kam das Rheinland zu Preußen und damit unter eine größere zentralstaatliche Verwaltung.
Ober- und Niederernst wurden zu einer Gemeinde vereinigt und auf Anordnung der Königlichen Regierung geschah dies auch in
baulicher Hinsicht. So entstanden an der Grenze beider Altgemeinden, also auf freiem Terrain, zunächst 1833 die Schule und ein
neuer Friedhof. Die neue doppeltürmige Pfarrkirche, entworfen von Johann Claudius von Lassaulx, wurde 1845-48 genau in der
Mitte errichtet.

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Mit dem Bau der heutigen MoselstraBe wurde ebenfalls 1845 begonnen. Hierdurch entstand zum ersten Mal ein Fahrweg von
Ernst nach Cochem bzw. Ellenz. Sehr gute Weinjahre versetzten die Winzer in die Lage, an dieser Straße neu zu bauen.
So stehen hier schöne Bauten des Spätklassizismus und des Historismus. Mit dem nach 1945 angesiedelten Neubaugebiet sind die alten
Ortskerne nunmehr vollständig zusammengewachsen.

Ortsplan damalsDer Name „Ernst“ im Wandel der Zelt:

Arneche 780/81 (Arnesche?)
Ernsce um 1150
Erneza 1161
Ernsch 1377
Erntsch 1433
Ernsth 1545

 

Wappen:

wappen_ernstVon Silber und Grün gespalten. In Silber ein rotes Balkenkreuz,
in Grün neun goldene Kugeln.

Erläuterung
Die Gemeinde Ernst bestand aus den früheren Ortsteilen Ober- und Niederernst.
Der Pfarrpatron in Oberernst war Christus (Salvator mundi), deshalb als eines der Symbole
Christi das Kreuz, das außerdem als rotes Balkenkreuz in Silber das Wappen Kurtriers darstellt und so an die ehe­malige Landesherrschaft der Kurfürsten und Erzbischöfe von Trier in Ernst erinnert. Die neun Kugeln weisen auf den Pfarrpatron von Niederernst hin, denn Quirinus führtein seinem Wappenschild neun Kugeln. Die Farbe grün deutet auf Landwirtschaft und Weinbau hin.